Für Übergeber:innen · 7 Min. Lesezeit

Nachfolger finden: So gibst du deinen Betrieb in gute Hände

Keine Nachfolge in der Familie? So findest du extern die richtige Person für deinen Betrieb, mit Ablauf, Tipps und den häufigsten Fragen.

Verwischtes Foto eines älteren Unternehmers im Anzug vor einer Backsteinwand

Wenn in der Familie niemand übernimmt, gibt es einen zweiten Weg: eine externe Nachfolgerin oder einen externen Nachfolger, die deinen Betrieb weiterführen wollen. Immer mehr Gründer:innen und erfahrene Führungskräfte suchen genau so eine Aufgabe. Dieser Leitfaden zeigt, wie ihr zusammenfindet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fang früh an. Eine gute Nachfolge braucht meist mehrere Jahre Vorlauf.
  • Mach deinen Betrieb sichtbar, auch für eine jüngere Generation.
  • Achte neben dem Kaufpreis auf die menschliche Passung.
  • Plane eine Übergabe in Etappen, bei der du eine Zeit lang an Bord bleibst.

Du bist nicht allein

Das Thema betrifft sehr viele Betriebe. Schon 2023 war fast jede dritte Inhaberin oder jeder dritte Inhaber 60 Jahre oder älter, nur noch jeder zehnte war unter 40 (KfW). Inzwischen plant jedes vierte mittelständische Unternehmen, nach dem Rückzug der Senior-Generation zu schließen (KfW, Januar 2026). Oft, obwohl der Betrieb gut läuft. Das muss nicht sein.

Schritt 1: Klar werden, was du willst

Bevor du suchst, beantworte für dich drei Fragen:

  • Was soll bleiben? Name, Standort, Team, Werte?
  • Was darf sich ändern? Abläufe, Produkte, Märkte?
  • Welche Rolle willst du danach? Ganz raus, Berater, Beirat?

Diese Antworten sind später wichtiger als jede Bewertung.

Schritt 2: Den Betrieb übergabefähig machen

Nachfolger:innen schauen genau hin. Hilfreich ist, wenn

  • die Zahlen der letzten Jahre sauber aufbereitet sind,
  • nicht alle Kundenbeziehungen nur an dir hängen,
  • wichtige Abläufe aufgeschrieben sind,
  • Verträge, Mietverhältnisse und Genehmigungen geklärt sind.

Schritt 3: Sichtbar werden

Die nächste Generation sucht nicht in Branchenbüchern. Sie sucht online, in Netzwerken und über Empfehlungen. Deshalb lohnt es sich, den Betrieb so zu zeigen, wie er wirklich ist: die Halle, die Produkte, das Team, deine Geschichte. Ein kurzes Video sagt oft mehr als jedes Exposé. Und es bleibt vertraulich, bis du entscheidest, wer es sehen darf.

Weitere Wege sind Kammern, Hausbanken, Steuerberater, Nachfolgebörsen und Programme, die Nachfolger:innen gezielt vorbereiten.

Schritt 4: Kennenlernen, bevor verhandelt wird

Führe mehrere Gespräche, zeig den Betrieb und biete eine Probezeit an. Zwei, drei Wochen gemeinsam im Alltag zeigen mehr als zehn Meetings. Achte darauf, ob die Person dem Team mit Respekt begegnet und ob sie deine Kunden versteht.

Schritt 5: Preis und Finanzierung

Der Kaufpreis ist oft der schwierigste Punkt. Hilfreich sind eine realistische Bewertung durch Profis und flexible Modelle. Ein Beispiel ist das Verkäuferdarlehen: Du stundest einen Teil des Kaufpreises, die Nachfolgerin zahlt ihn aus den Erträgen ab. Das macht viele Übernahmen überhaupt erst möglich und zeigt, dass du an die Zukunft des Betriebs glaubst.

Schritt 6: In Etappen übergeben

Die meisten Übergaben gelingen besser, wenn der bisherige Inhaber noch eine Weile dabei ist. Du stellst Kunden und Partner vor, gibst Wissen weiter und ziehst dich Schritt für Schritt zurück.

Du suchst jemanden, der weitermacht? Sprich vertraulich mit uns. Das erste Gespräch ist kostenlos.

FAQ

Häufige Fragen

Wann sollte ich mit der Nachfolgesuche anfangen?

So früh wie möglich. Mehrere Jahre Vorlauf sind ideal, weil Vorbereitung, Suche und Übergabe Zeit brauchen.

Bleibt meine Suche vertraulich?

Ja, wenn du es richtig angehst. Dein Betrieb kann anonym vorgestellt werden, bis du entscheidest, wer mehr erfahren darf.

Was passiert mit meinem Team?

Für viele Nachfolger:innen ist das Team der wichtigste Grund, einen Betrieb zu übernehmen. Klärt vor der Übergabe gemeinsam, wie ihr es mitnehmt.

Muss ich nach dem Verkauf sofort gehen?

Nein. Eine Übergabe in Etappen ist üblich und hilft allen Beteiligten.

Was kostet mich die Suche?

Das hängt vom Weg ab. Beratungen von Kammern sind oft kostenlos, spezialisierte Vermittler arbeiten häufig mit Erfolgsgebühren.

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