Analyse · 5 Min. Lesezeit

Unternehmensnachfolge 2026: Die wichtigsten Zahlen

Wie viele Betriebe suchen eine Nachfolge, wie viele schließen, welche Kaufpreise erwarten Inhaber? Die aktuellen Zahlen zum Mittelstand, kompakt und mit Quellen.

Verwischtes Foto eines älteren Unternehmers im Anzug vor einer Backsteinwand

Erstmals wollen in Deutschland mehr mittelständische Unternehmen schließen, als eine Nachfolge suchen. Das zeigt das aktuelle Nachfolge-Monitoring von KfW Research vom Januar 2026. Hier sind die wichtigsten Zahlen auf einen Blick, mit Quellen.

Die Zahlen auf einen Blick

  • Unternehmen, die bis Ende 2029 eine Nachfolge regeln wollen. Wert: rund 545.000, gut 109.000 pro Jahr. Quelle: KfW, 01/2026.
  • Unternehmen, für die keine Fortführung angestrebt wird. Wert: rund 569.000, etwa 114.000 pro Jahr. Quelle: KfW, 01/2026.
  • Anteil, der eine Stilllegung erwägt. Wert: jedes vierte Unternehmen. Quelle: KfW, 01/2026.
  • Durchschnittliche Kaufpreisvorstellung bis 2029. Wert: rund 499.000 €. Quelle: KfW Nachfolge-Monitoring 2025.
  • Inhaber:innen ab 60 Jahren (2023). Wert: 31 %, rund 1,2 Millionen. Quelle: KfW, 03/2023.
  • Inhaber:innen unter 40 Jahren (2023). Wert: nur noch jede:r zehnte. Quelle: KfW, 03/2023.

Was die Zahlen bedeuten

1. Die Nachfolgelücke ist da. Zum ersten Mal stehen den Betrieben, die übergeben wollen, mehr Betriebe gegenüber, die ohne Nachfolge aufhören wollen. Das sind nicht nur Kleinstbetriebe. Darunter sind viele gesunde Unternehmen mit Kunden, Team und Umsatz.

2. Der Engpass liegt bei den Nachfolger:innen. Die KfW schreibt selbst, dass zu wenige Existenzgründer:innen nachrücken, die eine Nachfolge qualifiziert antreten können (KfW Research).

3. Die Erwartungen an den Preis steigen. Höhere Kaufpreisvorstellungen treffen auf Käufer:innen, die das aus dem Cashflow finanzieren müssen. Umso wichtiger werden flexible Modelle wie Verkäuferdarlehen und eine realistische Bewertung.

4. Mehr Übernahmen durch das Management. Laut KfW rücken Management-Buy-outs wieder stärker in den Fokus, auch wenn familieninterne Übergaben und Verkäufe an Externe weiterhin dominieren.

5. Es geht auch um Investitionen. Die KfW weist darauf hin, dass Inhaber:innen, die ihre Nachfolge geregelt haben, wieder stärker in ihre Unternehmen investieren. Eine gelöste Nachfolge ist also auch gut für Arbeitsplätze und Regionen.

Was daraus folgt

Für Gründer:innen ist das eine Chance: Es gibt viele gute Betriebe und vergleichsweise wenig Konkurrenz um sie. Wer schon einmal ein Unternehmen aufgebaut oder geführt hat, bringt genau das mit, was ein Betrieb für den nächsten Schritt braucht. Mehr dazu im Leitfaden Gründen durch Übernahme.

Für Inhaber:innen heißt es: früh anfangen, den Betrieb sichtbar machen und auch über die eigene Familie und Belegschaft hinaus suchen. Mehr dazu im Leitfaden Nachfolger finden.

FAQ

Häufige Fragen

Wie viele Unternehmen suchen in Deutschland eine Nachfolge?

Laut KfW wollen bis Ende 2029 rund 545.000 mittelständische Unternehmen eine Nachfolge regeln, das sind gut 109.000 pro Jahr.

Wie viele Betriebe schließen mangels Nachfolge?

Für etwa 569.000 Unternehmen wird bis Ende 2029 keine Fortführung angestrebt, im Schnitt rund 114.000 pro Jahr. Damit wollen erstmals mehr Betriebe schließen als übergeben werden.

Welchen Kaufpreis erwarten Inhaber:innen?

Im Schnitt rund 499.000 Euro für Übergaben bis Ende 2029, deutlich mehr als bei der vorherigen Erhebung.

Warum finden so viele Betriebe keine Nachfolge?

Die Inhaber:innen werden älter, in der Familie findet sich oft niemand, und laut KfW gibt es zu wenige Gründer:innen, die eine Nachfolge qualifiziert antreten können. Zuletzt nennen Inhaber:innen auch Bürokratie als Grund, aufzuhören.

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