Nachfolge in Ruhe planen: Worauf es Inhaber:innen ankommt
Eine Übergabe ist keine Transaktion. Sie ist der zweite Akt für ein Lebenswerk. Ein Leitfaden für den Anfang.

Viele Inhaber:innen denken spät an die Nachfolge. Das ist verständlich. Der Alltag im Betrieb lässt wenig Zeit, und das Thema ist persönlich. Es geht nicht nur um einen Verkauf, sondern um das, was Sie über Jahre oder Jahrzehnte aufgebaut haben.
Sie sind damit nicht allein. Laut KfW Research sind 57 Prozent der mittelständischen Inhaber:innen 55 Jahre oder älter, übergabewillige Inhaber:innen sind im Schnitt 66,5 Jahre alt. Rund 545.000 Betriebe wollen bis Ende 2029 eine Nachfolge regeln.
Früh anfangen lohnt sich
Eine gute Übergabe braucht Zeit. Für die Suche, für das Kennenlernen und für die Einarbeitung. Fachleute empfehlen häufig, mehrere Jahre vor dem Wunschtermin zu beginnen. Wer früh beginnt, hat mehr Auswahl und kann selbst bestimmen, wie es weitergeht.
Die wichtigsten Fragen für den Anfang
- Wie lange möchten Sie noch im Betrieb bleiben, und in welcher Rolle?
- Was ist Ihnen bei der Person wichtig, die übernimmt?
- Was soll bleiben: Name, Standort, Team, Werte?
- Wann und wie soll Ihr Team davon erfahren?
- Welche finanzielle Absicherung brauchen Sie nach der Übergabe?
Welche Wege es gibt
- Familiennachfolge: Kinder oder Verwandte übernehmen. Immer seltener der Normalfall.
- Übergabe an Mitarbeitende (MBO): Laut KfW rund 24 Prozent der Nachfolgen.
- Übergabe an Externe (MBI oder Verkauf): Laut KfW rund 28 Prozent.
- Schrittweise Übergabe: erst die Geschäftsführung, später die Anteile.
Eine ausführliche Übersicht der Formen finden Sie im Beitrag Unternehmensnachfolge: Wie sie funktioniert.
Den Betrieb übergabefähig machen
Ein Betrieb ist dann gut übergabefähig, wenn er auch ohne Sie funktioniert. Das ist oft der schwierigste und zugleich wertvollste Schritt.
- Wissen dokumentieren: Abläufe, Kundenbeziehungen, Lieferanten.
- Verantwortung verteilen: Schlüsselpersonen im Team stärken.
- Zahlen aufbereiten: Abschlüsse, Verträge, Investitionen nachvollziehbar machen.
- Abhängigkeiten reduzieren: von einzelnen Kund:innen oder von Ihrer Person.
Preis und Passung
Laut KfW sind die Kaufpreise gestiegen, im Durchschnitt auf rund 499.000 Euro, der Median liegt beim 0,6-Fachen des Umsatzes. Der Preis ist wichtig. Aber ob eine Übergabe gelingt, entscheidet oft die Passung: ob die Person, die übernimmt, zu Ihrem Team, Ihren Kund:innen und Ihren Werten passt. Für Bewertung, Steuern und Verträge sollten Sie immer Fachleute hinzuziehen.
Das Team einbeziehen
Wann Ihr Team von der Nachfolge erfährt, ist eine Entscheidung für sich. Zu früh kann Unruhe entstehen, zu spät geht Vertrauen verloren. Hilfreich ist, zuerst Schlüsselpersonen einzubeziehen und die Nachricht mit einer klaren Perspektive zu verbinden: wer übernimmt, was bleibt und was sich ändert.
Diskretion
Bei Nachfounder bleiben Ihr Name und Ihr Betrieb vertraulich, bis Sie selbst entscheiden, mit wem Sie sprechen. Niemand erfährt davon, bevor Sie es wollen.
Ein Gespräch zum Anfang
Sie müssen noch nichts entschieden haben. Der Nachfolge-Check gibt Ihnen in wenigen Minuten eine erste Einschätzung mit konkreten nächsten Schritten. Oder schreiben Sie uns, wir melden uns persönlich. Wie wir die Übergabe begleiten, sehen Sie im Ablauf in Etappen.
FAQ
Häufige Fragen
Wann sollte ich mit der Nachfolgeplanung beginnen?
Möglichst mehrere Jahre vor dem Wunschtermin. So bleibt Zeit für Suche, Kennenlernen und Einarbeitung, und Sie behalten die Wahl.
Wie finde ich eine passende Nachfolge außerhalb der Familie?
Über Netzwerke, Kammern, Börsen oder Programme wie Nachfounder, die Inhaber:innen und Nachfolger:innen gezielt und diskret zusammenbringen.
Was ist mein Betrieb wert?
Das hängt von Ertrag, Branche und Abhängigkeiten ab. Laut KfW liegt der Median beim 0,6-Fachen des Umsatzes. Für eine belastbare Bewertung sollten Sie Fachleute hinzuziehen.
Wann sollte ich mein Team informieren?
Meist zuerst die Schlüsselpersonen, danach das ganze Team, sobald es eine klare Perspektive gibt, wer übernimmt und was bleibt.
Bleibt meine Anfrage bei Nachfounder vertraulich?
Ja. Ihr Name und Ihr Betrieb bleiben vertraulich, bis Sie selbst entscheiden, mit wem Sie sprechen.
Quellen
