Unternehmensnachfolge

Unternehmens­nachfolge in Hessen

In Hessen stehen bis 2030 rund 13.600 Unternehmensübergaben an.
51
Übergaben je 1.000 Unternehmen (2026 bis 2030)

Bundesschnitt: 52. Damit liegt das Land unter dem Schnitt, absolut stehen trotzdem viele Übergaben an.

Quelle: IfM Bonn, Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2026 bis 2030 (Daten und Fakten Nr. 37, 2025)

Hessen reicht vom Dienstleistungszentrum Rhein-Main bis zu ländlichen Regionen in Nord- und Osthessen. Die Nachfolgesituation ist entsprechend unterschiedlich: Im Ballungsraum ist die Konkurrenz um Betriebe größer, in ländlichen Kreisen fehlt häufiger eine Nachfolge.

Die Region im Überblick

Wirtschaft

Hessen verbindet das Finanz- und Dienstleistungszentrum Rhein-Main mit Industrie in Mittel- und Nordhessen und ländlichen Regionen wie Vogelsberg, Odenwald und Waldeck.

Lage

Im Ballungsraum ist das Interesse an Betrieben groß. In ländlichen Kreisen fehlt häufiger eine Nachfolge, obwohl die Unternehmen wirtschaftlich solide sind.

Chance

Nachfolger:innen finden in Hessen eine breite Mischung aus Industrie, Handel, Handwerk und Dienstleistung. Die Lage in der Mitte Deutschlands macht viele Betriebe auch für Menschen aus anderen Ländern erreichbar.

Hessen in Zahlen

rund 13.600
Unternehmen stehen 2026 bis 2030 zur Übergabe an
51
Übergaben je 1.000 Unternehmen, Bundesschnitt 52
Platz 11
von 16 Bundesländern, gemessen am Unternehmensbestand

Übergaben je 1.000 Unternehmen im Ländervergleich

Quelle: IfM Bonn, Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2026 bis 2030 (Daten und Fakten Nr. 37, 2025)

Typische Branchen

  • Unternehmensnahe Dienstleistungen
  • Handel
  • Industrie
  • Handwerk
  • Logistik

Ansprechpartner im Land

Kammern

  • 10 Industrie- und Handelskammern, zum Beispiel IHK Frankfurt am Main, IHK Darmstadt und IHK Kassel-Marburg
  • 3 Handwerkskammern: Frankfurt-Rhein-Main, Kassel und Wiesbaden

Förderbank

Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank)

Bürgschaftsbank

Bürgschaftsbank Hessen

Förderprogramme in Hessen

Eine Auswahl an Programmen, die bei Gründung durch Übernahme und Nachfolge helfen können. Konditionen ändern sich, deshalb gilt immer die Seite des Anbieters. Anträge laufen meist über die Hausbank und vor dem Kauf.

Bundesweit kommen Programme der KfW dazu, etwa der ERP-Gründerkredit StartGeld.

Nachfolge-Leitfaden für Hessen

Für Nachfolger:innen

  1. Suchprofil festlegen: Branche, Größe, Region und deine Rolle
  2. Eigenkapital klären und früh mit der Hausbank sprechen
  3. Förderung prüfen: Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank), KfW und Beteiligungskapital
  4. Bürgschaft anfragen, wenn Sicherheiten fehlen: Bürgschaftsbank Hessen
  5. Betrieb mit Due Diligence prüfen, Steuer und Recht mit Fachleuten
  6. Übergabe in Etappen mit der bisherigen Inhaberin planen

Für Übergeber:innen

  1. Ziele klären: Zeitpunkt, Rolle nach der Übergabe, Preisvorstellung
  2. Zahlen bereinigen und Abhängigkeiten von dir persönlich reduzieren
  3. Nachfolgeberatung der Kammern in Hessen nutzen
  4. Unternehmenswert realistisch einschätzen lassen
  5. Team und wichtige Kund:innen zum richtigen Zeitpunkt einbinden
  6. Passende Nachfolger:innen persönlich kennenlernen, zum Beispiel über Nachfounder

So läuft eine Übernahme in Hessen

  1. 01

    Suchprofil schärfen

    Branche, Größe und Region festlegen und klären, ob ein Management-Buy-in zu dir passt.
  2. 02

    Betriebe finden

    Über Kammern, die Nachfolgebörse nexxt-change, Netzwerk oder Nachfounder. Erste Infos kommen meist nach einer Vertraulichkeitsvereinbarung.
  3. 03

    Prüfen und finanzieren

    Mit Due Diligence den Betrieb prüfen, mit Hausbank, Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) und Bürgschaftsbank Hessen die Finanzierung aufstellen.
  4. 04

    Übernehmen und übergeben

    Kaufvertrag unterschreiben und die Verantwortung als Übergabe in Etappen übernehmen.

FAQ

Häufige Fragen

Wer hilft bei der Nachfolge in Hessen?

Die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern im Land beraten zur Nachfolge. Bei der Finanzierung sind die Hausbanken, die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) und die Bürgschaftsbank Hessen wichtige Ansprechpartner. Nachfounder bringt zusätzlich Gründer:innen und Betriebe zusammen.

Wie viele Unternehmen stehen in Hessen zur Übergabe an?

Das IfM Bonn schätzt für 2026 bis 2030 rund 13.600 Übergaben, etwa 51 je 1.000 Unternehmen.

Wie finanziere ich eine Übernahme in Hessen?

Meist über eine Kombination aus Eigenkapital, Bankkredit und Förderung. Die Hausbank beantragt Förderkredite wie den ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW, dazu kommen Programme der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank). Fehlen Sicherheiten, kann die Bürgschaftsbank Hessen bürgen. Oft trägt auch ein Verkäuferdarlehen einen Teil des Kaufpreises.

Wann sollte ich als Inhaber:in in Hessen mit der Nachfolge beginnen?

Möglichst früh. Kammern und Fachleute empfehlen meist mehrere Jahre Vorlauf, damit Zahlen, Verträge und Abläufe übergabefähig sind und genug Zeit für die Suche und eine Übergabe in Etappen bleibt. Die Nachfolgeberatung der Kammern in Hessen ist ein guter erster Schritt.

Muss ich aus Hessen kommen, um dort einen Betrieb zu übernehmen?

Nein. Viele Nachfolger:innen ziehen für eine Übernahme in eine neue Region. Wichtig sind Branchenverständnis, Führungserfahrung und die Bereitschaft, vor Ort präsent zu sein. Förderprogramme der Länder richten sich in der Regel nach dem Sitz des Unternehmens, nicht nach deiner Herkunft.

Wie finde ich einen Betrieb zur Übernahme in Hessen?

Gute Wege sind die Nachfolgebörse nexxt-change, die Nachfolgeberatung der Kammern, Steuerberatungen und das eigene Netzwerk in der Region. Nachfounder bereitet Nachfolger:innen vor und stellt persönlich den Kontakt zu passenden Betrieben her.

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