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Unternehmensnachfolge in Bayerisch-Schwaben: 25.000 Betriebe suchen jemanden, der weitermacht

Ein Drittel der Unternehmer in Bayerisch-Schwaben ist über 60, 25.000 wollen übergeben, 110.000 Beschäftigte hängen daran. Die Zahlen der IHK Schwaben, die Anlaufstellen vor Ort und wo Nachfounder ansetzt.

· 4 Min. Lesezeit

Ein Drittel der rund 76.000 Unternehmerinnen und Unternehmer in Bayerisch-Schwaben ist 60 Jahre oder älter. 25.000 von ihnen wollen ihren Betrieb in den nächsten Jahren übergeben. Dahinter stehen 110.000 Beschäftigte. Die Zahlen stammen von der IHK Schwaben, die Augsburger Allgemeine hat sie Anfang Oktober veröffentlicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • 76.000 Unternehmer in Bayerisch-Schwaben, ein Drittel davon 60 Jahre oder älter. Quelle: IHK Schwaben, Oktober 2026.
  • 25.000 Betriebe wollen in den nächsten Jahren übergeben, mit zusammen 110.000 Beschäftigten.
  • Nur noch 34 Prozent der Übergaben laufen in der Familie, die Hälfte geht an Externe, knapp 30 Prozent der Inhaber erwägen die Schließung.
  • Beratung gibt es bei IHK Schwaben, Handwerkskammer, LfA Förderbank und NextGen4Bavaria. Was fehlt, ist die Vorbereitung der Nachfolger:innen und das persönliche Matching.

Zwischen Augsburg, Kempten, Memmingen, Neu-Ulm und Donauwörth geht damit in den nächsten Jahren jeder dritte Betrieb in andere Hände. Oder in keine.

Wer übergibt an wen

Nur noch 34 Prozent der Übergaben in Schwaben laufen innerhalb der Familie. Die Hälfte der Inhaber übergibt an jemanden von außen. Knapp 30 Prozent überlegen, den Betrieb zu schließen statt zu übergeben. Das sind rund 7.000 Betriebe, bei denen heute niemand weiß, ob es sie in fünf Jahren noch gibt. Was der Wandel von Familie zu extern für beide Seiten bedeutet, steht im Artikel Externe Unternehmensnachfolge.

Was mir an den Zahlen auffällt: Die Kammer sagt inzwischen selbst, dass eine Übernahme der schnellste Weg in die Selbstständigkeit sein kann (IHK Schwaben, Gründung und Nachfolge). Das stand vor ein paar Jahren so nicht auf IHK-Seiten. Das Thema kommt an. Warum trotzdem kaum jemand daran denkt, habe ich im Artikel Existenzgründung durch Übernahme aufgeschrieben.

Was es in Schwaben schon gibt

Schwaben ist beim Thema Nachfolge nicht schlecht aufgestellt. Ein paar Anlaufstellen, die du kennen solltest:

  • IHK Schwaben: kostenfreie Erstberatung für Nachfolgeinteressierte, Übergabeworkshop im Oktober 2026 in Memmingen, dazu Unternehmensbewertung und Notfallkoffer. Ansprechpartnerin ist Karin Bräuer.
  • NextGen4Bavaria: zwölfmonatiges Förderprogramm für Nachfolger:innen in Familienunternehmen, bayernweit.
  • LfA Förderbank Bayern: Förderkredite auch für Übernahmen, Sprechtage gemeinsam mit der IHK.
  • Handwerkskammer für Schwaben: Nachfolgeberatung fürs Handwerk. Für Betriebe ohne Meister im Haus lohnt der Artikel Handwerksbetrieb übernehmen ohne Meisterbrief.
  • nexxt-change: die bundesweite Börse, auf der auch schwäbische Betriebe stehen. Die meisten stehen allerdings nicht dort.

Was fehlt

Beratung gibt es. Was fehlt, ist das Stück dazwischen: Leute, die eine Übernahme ernsthaft vorbereiten, Betriebe, die diskret und persönlich vorgestellt werden, und jemand, der nach der Unterschrift noch da ist. Genau das ist unser Programm. Wir arbeiten mit kleinen Kohorten, lernen jeden Betrieb vor Ort kennen und stellen wenige Menschen vor, die wirklich passen.

Schwaben ist eine Industrieregion mit vielen inhabergeführten Betrieben zwischen 5 und 100 Mitarbeitenden. Maschinenbau, Metall, Bau, Logistik, Zulieferer. Genau die Größe, die groß genug ist, um davon zu leben, und klein genug, um sie zu übernehmen. Mehr zu Zahlen, Kammern und Förderung in ganz Bayern auf unserer Regionalseite Bayern.

Für Inhaber in Schwaben

Wenn du nicht weißt, wer in fünf Jahren deinen Betrieb führt: Mach den Nachfolge-Check. Ein paar Minuten, kostenlos, niemand erfährt davon. Danach reden wir, wenn du willst. Wie wir mit Übergeber:innen arbeiten, steht hier.

Für Nachfolger mit Blick auf Schwaben

Wenn du einen Betrieb übernehmen willst und Schwaben für dich infrage kommt: Bewirb dich. Branchenwissen brauchst du nicht, das steckt im Team. Was du brauchst, ist der Wille, hinzuziehen oder zu pendeln, und eine Finanzierung, die grundsätzlich trägt.

FAQ

Häufige Fragen

Wie viele Betriebe in Schwaben suchen eine Nachfolge?

Laut IHK Schwaben wollen rund 25.000 der 76.000 Unternehmerinnen und Unternehmer in Bayerisch-Schwaben ihren Betrieb in den nächsten Jahren übergeben. Ein Drittel der Inhaber:innen ist 60 Jahre oder älter.

Wo bekomme ich in Schwaben Beratung zur Unternehmensnachfolge?

Die IHK Schwaben bietet eine kostenfreie Erstberatung für Nachfolgeinteressierte, die Handwerkskammer für Schwaben berät Handwerksbetriebe, die LfA Förderbank Bayern zur Finanzierung. NextGen4Bavaria ist ein Förderprogramm für Nachfolger:innen in Familienunternehmen. Nachfounder bereitet Nachfolger:innen vor und bringt beide Seiten persönlich zusammen.

Welche Förderung gibt es in Bayern für eine Betriebsübernahme?

Förderkredite der LfA Förderbank Bayern und bundesweit die Programme der KfW, etwa der ERP-Gründerkredit StartGeld bis 200.000 Euro, der ausdrücklich auch für Nachfolgen gilt. Dazu kommen Bürgschaften und oft ein Verkäuferdarlehen.

Welche Betriebe kommen in Schwaben für eine Übernahme infrage?

Vor allem inhabergeführte Betriebe mit etwa 5 bis 100 Mitarbeitenden aus Industrie, Metall, Bau, Logistik und Zulieferung. Groß genug, um davon zu leben, klein genug, um sie zu übernehmen.

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